Retail Media, das wirkt: Erkenntnisse von Co-op UK
Dean Harris, Head of Co-op Media Network, spricht über die Verbindung von Loyalty, Retail Media und Verhaltenspsychologie – und was andere Händler daraus lernen können.
Dean, Co-op UK hat ein anderes Loyalty-Verständnis als klassische Händler. Was steckt dahinter?
Bei uns geht es nicht um Treueprogramme, sondern um Mitgliedschaft. Unsere Kund:innen werden Mitinhaber:innen – mit Mitspracherecht und Verantwortung. Neben wirtschaftlicher Beteiligung bieten wir personalisierte Angebote, Rewards und Benefits, die weit über Rabatte hinausgehen.
Wie fügt sich Retail Media in dieses Modell ein?
Retail Media ist kein Add-on, sondern Teil unserer Customer Experience. Jedes Placement – ob Display oder Kampagne – ist intentional gestaltet und folgt denselben Prinzipien wie unser Membership-Modell: Wertschöpfung für Kund:innen steht an erster Stelle.
Wir haben über 1.000 digitale Screens in Hochfrequenzlagen installiert – besonders im Eingangsbereich. Unser Ziel war nicht Reichweite um jeden Preis, sondern die gezielte Ansprache in Momenten mit hoher kognitiver Aufmerksamkeit.
Wie gehen Sie mit dem Spannungsfeld zwischen Monetarisierung und Vertrauen um?
Ganz klar: Wirkung vor Effizienz. Wir bewerten jeden Mediaeinsatz zuerst nach Kundennutzen. Erst wenn Relevanz, Frequenz und Kontext stimmen, denken wir an Revenue. Weil wir die Infrastruktur selbst betreiben, sichern wir Qualität, Personalisierung und Brand Safety – ohne Abhängigkeit von Drittanbietern.
Convenience Retail folgt anderen Regeln. Wie beeinflusst das Ihre Strategie?
Convenience ist transaktionsstark, aber low-involvement. Deshalb haben wir Retail Media neu gedacht: nicht als Gegensatz zwischen On- und Offline, sondern als Vier-Felder-Modell mit Fokus auf Convenience, Q-Commerce, E-Commerce und Big Shop. Das schafft Klarheit in der Formatstrategie und Relevanz in der Kommunikation.
Welche Rolle spielt Verhaltensökonomie?
Eine zentrale. Unser Loyalty-System basiert auf aktivem Entscheiden: Kund:innen wählen wöchentlich zwei von acht Angeboten – das erzeugt Ownership. Auch Gamification funktioniert: Spiele in der App erhöhen Engagement, ohne beliebig zu wirken.
Was raten Sie anderen Händlern?
Erstens: Entwickeln Sie eine Media-Strategie, die zu Ihrer Frequenz und Ihrem Format passt – und nicht an der Benchmark anderer. Zweitens: Verzahnen Sie Loyalty und Media eng miteinander. Drittens: Wählen Sie Plattformen, die Ihnen Kontrolle über Content, Frequenz und Qualität ermöglichen.
Meine wichtigste Erkenntnis ist: Simplicity wins. Wenn der Nutzen für den Kunden nicht in wenigen Sekunden verständlich ist, hat man ihn verloren. Retail Media und Loyalty müssen sich immer wie ein Mehrwert anfühlen – nie wie ein Verkaufstrick.Dean Harris
Head of Co-op Media Network
Key Takeaways:
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Retail Media muss das Kundenerlebnis bereichern, nicht stören.
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Mitgliedschaft bei Co-op verbindet Eigentum, Vorteile und sozialen Impact.
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Verhaltenspsychologie und Gamification sind entscheidende Erfolgsfaktoren.
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Convenience-Retail erfordert individuelle Strategien – vom Screen-Design bis zur Mediaplanung.
Bei Grassfish leben wir genau diese Prinzipien – mit unserer IXM-Plattform schaffen wir die technologische Grundlage für zukunftsfähige Retail Media Netzwerke. Denn wenn Media Mehrwert schafft, gewinnen alle.